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Aufgaben des Brandschutzes

Ob durch einen technischen Defekt, menschliches Fehlverhalten oder Blitzschlag: Immer wieder kommt es zu Bränden. Statistisch gesehen brennt es in Deutschland alle zwei bis drei Minuten in einer Wohnung. Rund 280 Menschen sterben jedes Jahr durch Feuer – in der Regel jedoch nicht durch Verbrennungen an sich, sondern zumeist durch die giftigen Gase im Rauch.

Zwar kann eine Vielzahl an Bränden von selbst wieder gelöscht werden und die Feuerwehr muss nur zu jedem vierten Brand ausrücken, dennoch beläuft sich laut des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft der wirtschaftliche Schaden jedes Jahr auf drei Milliarden Euro. Jeder dritte Brand führt in der Industrie zu Sachschäden von mehr als 500.000 Euro.

Ist durch das Feuer ein Großschaden von mehr als einer Million Euro entstanden, schafft lediglich knapp ein Viertel der betroffenen Betriebe wieder einen vollen Marktanschluss. Folge: Oftmals wandern einerseits viele Kunden zwischenzeitlich zur Konkurrenz ab und bauen neue Geschäftsbeziehungen auf, während andererseits ehemalige Mitarbeiter, die vorübergehend arbeitslos wurden, eine neue Anstellung gefunden haben. Doch es gibt auch die andere Seite: Denn nicht selten finden viele Mitarbeiter, die betriebsbedingt entlassen werden mussten, danach keinen neuen Arbeitsplätz mehr.

All dies zeigt, wie wichtig es für Arbeitgeber ist, sich mit dem Thema Brandschutz zu befassen. Arbeitgeber sind arbeitsschutzgesetzlich verpflichtet, einen umfassenden vorbeugenden Brandschutz zu betreiben. So hat der Arbeitgeber entsprechend der Art der Arbeitsstätte und der Tätigkeiten sowie der Zahl der Beschäftigten Maßnahmen zu treffen, die zur Ersten Hilfe, Brandbekämpfung und Evakuierung der Beschäftigten erforderlich sind. Auch muss er dafür sorgen, im Notfall die erforderlichen Verbindungen zu außerbetrieblichen Stellen, insbesondere in den Bereichen der Ersten Hilfe, der medizinischen Notversorgung, der Bergung und der Brandbekämpfung einzurichten.

Brandschutz, der dazu dient, Brände zu verhindern oder die Auswirkungen von Bränden so gering wie möglich zu halten, wird in zwei Bereiche unterteilt: in den Vorbeugenden Brandschutz und Abwehrenden Brandschutz. Im Vorbeugenden Brandschutz trennt man zwischen dem Baulichen Brandschutz, Anlagentechnischen Brandschutz und dem Organisatorischen Brandschutz. Für den Abwehrenden Brandschutz gibt es einen festen Plan, der vom Rufen der Öffentlichen Feuerwehr bis hin zur Löschwasserrückhaltung reicht.



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Baulicher Brandschutz:

Was bedeutet der bauliche Brandschutz für den Arbeitgeber? Bei den baulichen Maßnahmen müssen mehrere Aspekte berücksichtigt werden. Hierzu zählen das Brandverhalten von Baustoffen sowie Feuerwiderstände in Bauteilen. Zudem müssen für den Brandschutz zugelassene Bauprodukte verwendet werden. Ebenso wichtig sind die Aufteilung der Gebäude in Brandabschnitte durch Brandwände und Brandschutztüren sowie die Festlegung und Kennzeichnung der Flucht- und Rettungswege. Darüber hinaus fallen in den Baulichen Brandschutz die Brandbekämpfung durch fest eingebaute Sprinkleranlagen und Gaslöschanlagen sowie die aktive Brandvermeidung durch das Reduzieren von Sauerstoff.

Anlagentechnischer Brandschutz:

Zum anlagentechnischen Brandschutz gehören sämtliche technische Anlagen, die in der Lage sind, den Brandschutz zu verbessern. Beispielhaft hierfür sind Elektroinstallationen, Brandmeldeanlagen, Rauch- und Wärmeabzugsanlagen oder auch Anlagen zur Bevorratung von und Versorgung mit Löschwasser.

Weitere Bestandteile des anlagentechnischen Brandschutzes:

  • selbsttätige und nichtselbsttätige Feuerlöschanlagen
  • Feststellanlagen für Rauchschutztüren in Flucht- und Rettungswegen
  • Fluchttürterminals
  • die Flucht- und Rettungswegbeleuchtung
  • manuell zu bedienende Feuerlöscher
  • Überdrucklüftungsanlagen, um das Eindringen von Rauch in Flucht- und Rettungswege zu vermeiden

Organisatorischer Brandschutz

Wesentliche Aufgaben des organisatorischen Brandschutzes sind das Erstellen und Aushängen von Brandschutzordnung, Brandschutzplänen und Alarmplänen. Des Weiteren wird gefordert, eine ausreichende Anzahl von Brandschutzhelfern sowie gegebenenfalls einen Brandschutzbeauftragten zu bestellen. Unabdingbar ist es außerdem, die Mitarbeiter für den Umgang mit brennbaren Stoffen und das Verhalten bei Bränden zu schulen.

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Gesetzliche Anforderung zum Brandschutz an den Arbeitgeber laut Arbeitssicherheitsgesetz

Hierfür sind die technischen Regeln für Arbeitsstätten ASR A2.2 "Maßnahmen gegen Brände" relevant. Diese Regeln geben den Stand der Technik, Arbeitsmedizin und Arbeitshygiene sowie sonstige gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse für das Einrichten und Betreiben von Arbeitsstätten wieder. Sie werden vom Ausschuss für Arbeitsstätten ermittelt und vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales bekannt gegeben.


(1) Laut dieser Regeln hat der Arbeitgeber eine ausreichende Anzahl von Beschäftigten durch Unterweisung und Übung im Umgang mit Feuerlöscheinrichtungen zur Bekämpfung von Entstehungsbränden vertraut zu machen.

(2) Wie viele Brandschutzhelfer notwendig sind, ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung. Hierfür ist ein Anteil von fünf Prozent der Beschäftigten in der Regel ausreichend. Besteht eine erhöhte Brandgefährdung und gibt es vermehrt Personen mit eingeschränkter Mobilität sowie große räumliche Ausdehnung der Arbeitsstätte, kann auch eine größere Anzahl von Brandschutzhelfern erforderlich sein.

(3) Bei der Anzahl der Brandschutzhelfer müssen auch Schichtbetrieb und Abwesenheit einzelner Beschäftigter berücksichtigt werden.

(4) Brandschutzhelfer sind fachkundig zu unterweisen. Zum Unterweisungsinhalt gehören neben den Grundzügen des vorbeugenden Brandschutzes Kenntnisse über die betriebliche Brandschutzorganisation die Funktions- und Wirkungsweise von Feuerlöscheinrichtungen, die Gefahren durch Brände sowie über das Verhalten im Brandfall.

(5) Zur fachkundigen Unterweisung zählen nicht zuletzt praktische Übungen im Umgang mit Feuerlöscheinrichtungen.

Darüber hinaus sind Arbeitgeber aufgefordert, Brandmelde- und Feuerlöscheinrichtungen unter Beachtung der Herstellerangaben regelmäßig sachgerecht warten und auf ihre Funktionsfähigkeit prüfen zu lassen und diese Ergebnisse zu dokumentieren. Bestehen keine Mängel, muss dies durch Anbringen einer Plakette kenntlich zu machen. Gibt es jedoch Mängel zu beanstanden, hat der Arbeitgeber unverzüglich zu veranlassen, die Feuerlöscheinrichtung instand zu setzen oder auszutauschen.

Weitere Bestimmungen zum Umgang mit Feuerlöschern:

  • Zur Sicherstellung der Funktionsfähigkeit sind Feuerlöscher mindestens alle zwei Jahre durch einen Sachkundigen zu prüfen.
  • Bei starker Beanspruchung können kürzere Zeitabstände erforderlich sein.
  • Von der Prüfung der Funktionsfähigkeit durch den Sachkundigen nach Absatz 1 bleiben die zusätzlichen wiederkehrenden Prüfungen der Feuerlöscher nach der Betriebssicherheitsverordnung unberührt

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